Soziale Dynamiken in Küsten- und Meeresgebieten

Über uns

Die Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe Soziale Dynamiken in Küsten- und Meeresgebieten beschäftigt sich mit Mensch-Umwelt-Beziehungen in maritim geprägten Regionen. Unterschiedliche Themenfelder wie die Folgen des Klimawandels, Ressourcenkonflikte, maritime Grenzregime (Mittelmeer) und andere Aushandlungsprozesse rund um Küsten und Meere werden mit Perspektiven der Politischen Ökologie, der Science and Technology Studies (STS), unterschiedlichen Sozialtheorien und postkolonialen Ansätzen untersucht.

Was bedeutet Marine Sozialwissenschaften?

Das Meer ist durch die vielfältige Nutzung mariner Ressourcen für die Menschheit immer bedeutender geworden. Gleichzeitig wächst der Einfluss des Menschen auf den Zustand und auf eine nachhaltige Entwicklung des Meeres und der Küsten. Die Marinen Sozialwissenschaften sind ein innovatives Forschungsgebiet in the making. Konflikte und Phänomene mit Küsten- oder Meeresbezug werden mit Zugängen aus der Humangeographie und aus sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen untersucht. Heute etablieren sich in diesem Bereich weltweit interdisziplinäre Forscher*innengruppen, deren Ziel es ist, die Komplexität von Umweltkrisen und anderer Themen im Bereich Küsten und Meere angemessen zu untersuchen und zu bearbeiten. Dies schließt auch die inter- und transdisziplinäre Arbeit mit Kolleg*innen aus der Physischen Geographie und den Natur- und Lebenswissenschaften sowie die Einbeziehung von Akteur*innen außerhalb der Universitäten mit ein.

Welche Fragen bearbeitet die AG?

Wir beschäftigen uns vor allem mit der Politischen Ökologie von Umweltkrisen. Zentrale Fragen unserer Arbeit berühren unterschiedliche Kulturen und Politiken rund um Meer und Natur. Ein Beispiel aus dem Küstenschutz: Was bedeutet nachhaltiger Küstenschutz? Große Dämme und Steinbuhnen oder die Revitalisierung von Dünen? Wer hat Mitspracherecht bei diesen Entscheidungen und warum? Welche unterschiedlichen Vorstellungen von Regulierung und Zukunft des Küstenschutzes gibt es? Welche Folgen können diese haben?

Auch bei andern Themen wie Plastik im Meer, Überfischung und interdisziplinärer Meeresforschung fragen wir, wie die Kluft von Natur/Kultur/Politik in unseren Arbeiten zu verschiedenen Umweltprobleme überwunden werden kann und was dies für unseren /wissenschaftlichen/sozialen/politischen Umgang damit heißt. Welche Rolle spielen politische Zielkonflikte z.B. zwischen ökonomischer Entwicklung und Küstenschutz? Wie können wir unsere Mensch-Meer Beziehungen im Anthropozän so gestalten, dass wir uns nicht selber „das Wasser abgraben“?